Der ATX und seine Unternehmen –
Lenzing AG

Die Textilindustrie gehörte lange Zeit zu den bedeutendsten Industriezweigen Europas. Im Rahmen der Globalisierung hat sich dies allerdings drastisch verändert – heute kommen Fasern, Stoffe und Textilien größtenteils aus dem asiatischen Raum. Eine der wenigen Firmen, die sich dieser Entwicklung erfolgreich widersetzen konnten, ist die Lenzing AG.

Die Lenzing AG ist heute Weltmarktführer im Bereich der Faserherstellung. Das im gleichnamigen Ort ansässige Unternehmen mit einem weltweiten Netz an Niederlassungen entwickelt und produziert überwiegend für die globale Textilindustrie botanische Cellulosefasern. Die Palette der erzeugten Produkte reicht von Faserzellstoff über Standardfasern bis zu Spezialfasern. Daneben ist die Lenzing AG auch in den Geschäftsfeldern Engineering und Anlagenbau tätig. 2016 wurde mit rund 6.000 Mitarbeitern ein Umsatz von über 2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Jahresüberschuss lag dabei bei 229,1 Millionen Euro.

Mit Innovationen an die Weltspitze
Der Aufstieg des 1938 gegründeten Unternehmens beginnt in den 1950er und 60er Jahren. Um weiterhin konkurrenzfähig zu sein, musste Lenzing die Produktionsabläufe optimieren und die Produktion erhöhen. Dank einer neuen, innovativen Spinntechnik konnten mehr Fasern ohne Qualitätsverlust produziert werden. Zudem sorgte eine zunehmende Automatisierung von manuellen Arbeitsabläufen für eine deutliche Produktivitätssteigerung und letztendlich auch für geringere Kosten.

Während sich viele Konkurrenten in den 60er Jahren vermehrt auf die Produktion von Synthesefasern auf Rohölbasis verlagerten, blieb Lenzing der Cellulosetechnologie treu. Mit der Entwicklung neuartiger so genannter Modalfasern aus Zellstoff konnte Lenzing viele neue Kunden gewinnen. Vor allem in Zeiten der Nachhaltigkeit ist das Interesse an Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen groß. Heute hält der österreichische Faserspezialist bei Modalfasern einen Weltmarktanteil von rund 75 %.