Investieren in Schwellenländer: Emerging Markets

Schwellenländer oder Emerging Markets sind aufstrebende Märkte. Während Industrieländer nur noch langsam wachsen, ist das Potenzial in diesen Ländern deutlich höher. Aber auch das Risiko steigt.

Zu den Schwellenländern gehören traditionell die „BRICS“-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und China. Der Begriff entstand vor mehr als 15 Jahren. Seitdem haben sich diese Länder sehr unterschiedlich entwickelt, und Staaten wie Südkorea, Taiwan und Indonesien haben an Bedeutung gewonnen.

Die Entwicklung an den Börsen der wichtigsten Schwellenländer spiegelt der MSCI Emerging Markets Index anhand von knapp 850 Aktienwerten wider. An der Zusammensetzung des Index zeigen sich die aktuellen wirtschaftlichen Schwergewichte – und die liegen derzeit in Asien. Neun der zehn größten Einzeltitel stammen aus Fernost, davon allein sieben aus China. Insgesamt machen chinesische Unternehmen knapp 31 Prozent des Index aus, rund 15 Prozent stammen aus Südkorea und zwölf Prozent aus Taiwan. Größte Einzelwerte sind Tencent Holdings, China (5,5 %), Alibaba, China (4,5 %) und Samsung, Südkorea (4,3 %) *).

Wo stehen Schwellenländer heute?
Als Schwellenländer gelten je nach Definition mehr als 40 Staaten, z. B. Israel, Südafrika, einige Erdöl exportierende Staaten wie Saudi-Arabien und Kuwait, lateinamerikanische Länder wie Argentinien, Mexiko, Chile und Venezuela sowie asiatische Länder wie Südkorea und Singapur. Entsprechend vielfältig sind deren wirtschaftliche Beurteilung und die Möglichkeiten, sich als Anleger (erfolgreich) zu beteiligen. Die Hello bank! bietet im Bereich „Emerging Markets“ eine Reihe von ETF-Fonds an, die in unterschiedliche Märkte investieren. Hier einige wichtige Player:

China war in der Vergangenheit die Werkbank der Welt, die auf billige Arbeitskräfte setzte. Dieses Wachstumsmodell gehört jedoch der Vergangenheit an, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat den Wandel in die Riege der Länder mit hohem Einkommensstatus bereits eingeleitet. Damit werden zwar die hohen BIP-Wachstumsraten von 9 und 10 % Anfang der 2010er Jahre nicht mehr erreicht, aber mit über 6 % (geschätzt für 2018) liegen sie immer noch über Weltniveau (3,9 %).

Brasilien steckte in der schwersten Rezession seit Jahrzehnten – die Wirtschaft schrumpfte in den Jahren 2015 und 2016 um 3,6 %,
hat sich aber stabilisiert und liegt derzeit bei plus 1,5 %. Das Land weist allerdings ein Zahlungsbilanz- wie auch Fiskaldefizit auf. Die Staatsverschuldung liegt 2018 geschätzt bei 87 % des Bruttoinlandsproduktes (zum Vergleich: Österreich 78,4 %, Tendenz abnehmend). Im Oktober bestimmen die Brasilianer über ihren neuen Staatspräsidenten und den Kongress. Vor der „Superwahl“ steigt die Unzufriedenheit in Brasiliens Wirtschaft und Bevölkerung. Je nach Wahlausgang könnte das einen Dämpfer für die wirtschaftliche Entwicklung bedeuten.

Indien ist auf einem guten Weg (siehe auch Hello Magazin April-Ausgabe 2/2018). Die Wirtschaft wächst, und das Land hat notwendige Reformen durchgesetzt, die allerdings erst allmählich greifen – ein Prozess, der sich noch ins Jahr 2019 fortsetzen wird.

Russland musste nach Sanktionen durch die Ukraine-Krise herbe Rückschläge hinnehmen. Der schwache Ölpreis tat ein Weiteres, die rohstoffintensive russische Exportwirtschaft zu schwächen. Hinzu kamen der Verfall der russischen Währung und die daraus folgende Kapitalflucht. Keine guten Vorzeichen für eine stabile Wirtschaftsentwicklung. Zwar steigt das Bruttoinlands-
produkt des Landes seit 2016 wieder moderat an, doch fehlen wichtige Impulse für eine nachhaltige Erholung: Die Unternehmen des Landes sind kaum konkurrenzfähig, es mangelt in allen Industrien an innovativen Ideen für den Weltmarkt. Sie produzieren meist nur für die Heimat oder zehren vom Staatsbudget, was sie anfällig für wirtschaftliche Krisen macht.

Markt mit großer Volatilität
Anleger in Schwellenländern müssen sich grundsätzlich auf größere Marktschwankungen (Volatilität) einstellen. Politische Unwägbarkeiten, sich ändernde Investitionsströme oder auch von Stimmungen geprägte Kursschwankungen stellen ein Risiko in weniger reifen Märkten dar. Anleger sollten in diesen Märkten also eine zusätzliche Portion Gelassenheit mitbringen.

Mehr zu Märkten, Währungen und Indizes auf hellobank.at/maerkteundkurse

*) Stand: August 2018
Quellen: MSCI, Statistik Austria, Germany Trade & Invest
Disclaimer/Marketingmitteilung: Alle Angaben dienen nur der Unterstützung Ihrer selbstständigen Anlageentscheidung und stellen keine Empfehlung der Hello bank! dar.

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