Der Internationale Währungsfonds (IWF): Hüter der Weltfinanzordnung

Das Hello Magazin! schreibt an dieser Stelle regelmäßig über die Aufgaben der wichtigen Institutionen der Finanzwelt und darüber, welchen Einfluss sie auf das Börsengeschehen haben können.

Die Finanzmärkte sind ein sehr komplexes Gebilde. Es gibt zahlreiche Faktoren, welche die Kurse von Wertpapieren steuern. Neben Unternehmenszahlen, volkswirtschaftlichen Daten und politischen Entwicklungen können auch die Aussagen und das Handeln wichtiger Institutionen das Marktgeschehen beeinflussen. Eine der Institutionen, deren Worte und Entscheidungen ganz genau beobachtet werden, ist der Internationale Währungsfonds (IWF).

Oberste Währungshüterin ist die ehemalige französische Finanzministerin Christine Lagarde

In der Krise geboren
Während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren versuchten zahlreiche Länder, ihre Volkswirtschaften mit unterschiedlichsten Maßnahmen zu stützen. Unter anderem wurden beispielsweise Währungen abgewertet, um den Export anzufeuern, oder der Besitz von Fremdwährungen wurde eingeschränkt, um den Konsum zu fördern. Diese Versuche erwiesen sich allerdings meist als kontraproduktiv. In der Folge ging der Welthandel stark zurück, und in vielen Ländern brachen Beschäftigung und Lebensstandard ein.

Diese Entwicklung führte letztendlich zu der Idee, eine Institution zu gründen, die mit der Überwachung des internationalen Währungssystems beauftragt ist.

Gründung und Aufgaben
Auf Basis dieser Idee wurde im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen in Bretton Woods (USA) der IWF ins Leben gerufen. Die Vertreter der 45 teilnehmenden Länder einigten sich auf einen Rahmen für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Auf diese Weise sollte eine Wiederholung der katastrophalen Wirtschaftspolitik, welche letztendlich zur Weltwirtschaftskrise führte, in Zukunft vermieden werden.

Helfer aus der Not
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, die Stabilisierung von Wechselkursen und die Erleichterung des Welthandels zu den wichtigsten Aufgaben des IWF. Heutzutage steht vor allem die Unter-stützung von in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Mitgliedern in Form von Krediten im Fokus der weltweitagierenden Institution.

Ämterverteilung
Aufgrund einer informellen Abmachung zwischen den USA und einigen westeuropäischen Ländern ist der Direktor des IWF grundsätzlich ein Europäer. Seit Juli 2011 bekleidet die ehemalige französische Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde dieses Amt. Aktuell gehören dem IWF 189 Staaten an, Österreich trat 1948 bei. Die Stimmrechte richten sich nach den Kapitalanteilen (siehe Info-Box). Seinen letzten großen Einsatz hatte der IWF bei der Schuldenrettung Griechenlands.

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