Mit reinem Gewissen investieren – nachhaltige Anlageprodukte voll im Trend

In Zeiten von Null- und Negativzinsen deckt das Sparbuch häufig nicht einmal mehr die Inflationsrate ab. Viele Anleger sind daher auf der Suche nach Alternativen. Während in der Vergangenheit bei der Auswahl von Investmentprodukten meist nur die Rendite ausschlaggebend war, wollen heutzutage immer mehr Anleger wissen, wohin ihr Geld fließt. Kein Wunder, dass nachhaltige Anlageprodukte voll im Trend liegen.

Das Forum „Nachhaltige Geldanlage“, das jährlich eine Markterhebung  in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchführt, ermittelte für 2019 in Österreich ein Gesamtvolumen nachhaltiger Investments von rund 30,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg von 38 %. Ferner betrug der Anteil der nachhaltig ausgerichteten Fonds und Mandate am Gesamtmarkt Ende 2019 rund 15,9 %. Viele Experten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird und die Bedeutung von nachhaltigen Anlageprodukten erheblich zunimmt.

Gutes tun und Geld verdienen

Obwohl sich nachhaltiges Investieren immer größerer Beliebtheit erfreut, hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass Nachhaltigkeit auf Kosten der Rendite geht. Doch die Realität kann durchaus anders aussehen: Unternehmen, die verantwortungsvoll wirtschaften, Ressourcen einsparen, die Umweltbelastung reduzieren oder gar Lösungen für den Klimawandel anbieten, sollten mittel- bis langfristig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz haben, welcher sich auch im zugehörigen Aktienkurs widerspiegeln kann. Zudem sind viele Konsumenten bereit, für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen höhere Preise zu bezahlen, was sich positiv auf die Ergebnisse der jeweiligen Unternehmen auswirken kann.

Ebenfalls für diese Art des Investierens spricht, dass die Politik inzwischen die  Bedeutung von ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten und Geschäftsmodellen erkannt hat. So wird der menschengemachte Klimawandel kaum noch in Frage gestellt. Dementsprechend werden zunehmend Maßnahmen ergriffen, um dagegen anzukämpfen. In den nächsten Jahren wird ein nicht unerheblicher Teil des EU-Haushaltes in Klimaschutzmaßnahmen fließen. Von dieser Entwicklung könnten zahlreiche Branchen und Unternehmen profitieren. Ganz vorne dabei sind voraussichtlich Unternehmen, die Lösungen für den Klimawandel zur Verfügung stellen. Hier sind in erster Linie Anbieter von erneuerbaren Energien und Technologien zur Reduzierung von CO2 zu nennen. Aber auch Konzerne, die ihren eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren, sollten langfristig die Früchte ihres nachhaltigen Handelns ernten.

Nachhaltiges Investieren hat somit mehrere positive Seiten. In erster Linie ist da natürlich das gute Gefühl, das Ersparte in Unternehmen zu investieren, die verantwortungsvoll mit den Ressourcen und der Umwelt umgehen. Zusätzlich können Investoren auf diese Weise einen gewissen Einfluss auf die Gestaltung der Gesellschaft nehmen und fördern soziale und ökologische Bemühungen. Und zu guter Letzt kann mittel- bis langfristig auch noch eine attraktive Rendite erzielt werden.