Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Der Begriff Nachhaltigkeit ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Doch was genau ist damit gemeint? Bis heute gibt es kein allgemein anerkanntes Verständnis von Nachhaltigkeit.

Der Ursprung des Begriffes liegt im 18. Jahrhundert. 1732 hat der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit formuliert. Aufgrund von Holzknappheit forderte er, dass nur so viel Wald abgeholzt werden darf, wie in einem gewissen Zeitraum wieder nachwächst. 

Die heute geläufigste Definition von Nachhaltigkeit stammt aus dem sogenannten Brundtland-Bericht. 1983 beauftragten die Vereinten Nationen die ehemalige norwegische Premierministerin Gro Harlem Brundtland mit der Leitung der neuen Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Nach jahrzehntelangen Bemühungen, den Lebensstandard durch die Industrialisierung zu erhöhen, hatten viele Länder immer noch mit extremer Armut zu kämpfen. Es schien, dass wirtschaftliche Entwicklung – auf Kosten von ökologischer Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit – nicht zu beständigem Wohlstand führte. Es war klar, dass die Welt einen Weg finden musste, Ökologie und Wohlstand in Einklang zu bringen.

Nach vier Jahren veröffentlichte die Brundtland-Kommission ihren Abschlussbericht „Our Common Future“. Darin wird Nachhaltigkeit definiert als Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

1997 legte die EU im Vertrag von Amsterdam das sogenannte 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit fest. Die drei ursprünglich gleichwertigen Säulen setzen sich aus Umwelt, Soziales und Wirtschaft zusammen.

Am geläufigsten sind sicher die ökologischen Aspekte. Im Mittelpunkt stehen hier ein möglichst ressourcen-schonender Umgang mit Rohstoffen, die Reduzierung von Treibhausgasen und der Umweltschutz im Allgemeinen. Die soziale Nachhaltigkeit verfolgt gesellschaftliche Bedürfnisse. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Themen Chancengleichheit, Geschlechtergleichbehandlung sowie Armuts- und Korruptionsbekämpfung gelegt. Die ökonomische Komponente strebt ein Wirtschaftssystem an, bei dem Profitmaximierung nicht das einzige Ziel ist. Vielmehr wird auch Wert auf fairen Handel und die Steigerung der Lebensqualität gelegt.

Nachhaltigkeit ist ein ganzheitlicher Ansatz, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen berücksichtigt und anerkennt. Denn nur so kann dauerhafter Wohlstand erlangt werden.

Mit nachhaltiger Geldanlage unterstützen Sie Unternehmen, die die drei Säulen der Nachhaltigkeit in ihr Geschäftsmodell integriert haben und denen das Wohl der Menschen und der Erde am Herzen liegt. Und im Idealfall lohnt es sich sogar finanziell für Sie.